GMT – The Generic Mapping Tools [German]

Übersetzung von http://gmt.soest.hawaii.edu/gmt/gmt_faq.html

Häufig gestellte Fragen

  • Wer hat GMT entwickelt?

    GMT wurde 1988 von Paul Wessel und Walter H. F. Smith entwickelt, und wurde seitdem mehreren Überarbeitungen und tiefgreifenden Verbesserungen unterzogen. Die derzeitige Version lautet 4.5.7. GMT wird von der National Science Foundation unterstützt.

  • Wer benutzt GMT?

    Nach derzeitigem Stand im Juli 2011 scheinen mehr als 15.000 Wissenschaftler und Ingenieure weltweit GMT für ihre Arbeit zu benutzen. Diese Schätzung basiert auf dem ftp-Traffic und den zurückgesendeten Registrierungsformularen der letzten paar Jahre. Die meisten GMT-Nutzer sind Geowissenschaftler, doch offensichtlich gibt es keine Grenzen für die Applikationen, die von GMT profitieren können: Wir wissen, dass GMT benutzt wird in der medizinischen Forschung, dem Ingenieurwesen, der Physik, Mathematik, den Sozialwissenschaften und der Biologie, und von Geographen, Fischereiinstituten und  Ölkonzernen, wie auch von einem breiten Spektrum behördlicher Abteilungen.

  • Ist GMT Jahr2000-kompatibel?

    Ja. GMT wurde in ANSI C geschrieben und ist POSIX- und Y2K-kompatibel. Darüber hinaus kann es Zeitreihendaten lesen, die „Y2K-herausgefordert“ (zB nur zweistellige Jahre) sind.

  • Auf welchen UNIX-Workstationen arbeitet GMT?

    GMT wurde auf unterschiedlichen UNIX-Systemen installiert, inklusive (aber nicht begrenzt auf) Computer von Cray, Sun, IBM, DEC, HP, SGI, Data General, Apple (Mac OS X) und Next, die alle eine Spielart von UNIX benutzen. GMT wurde auch unter Linux und MkLinux installiert, die Open-Source- und UNIX-artige Betriebssysteme für PC beziehungsweise Mac OS X darstellen. GMT kann auch unter allen Windows-Systemen und OS/2 installiert werden. GMT ist gut übertragbar und sollte auf so gut wie allen Computern laufen.

  • Kann GMT auf Non-UNIX-Computern laufen?

    Ja. Viele Nutzer von GMT mit einem PC installieren Linux einfach zusätzlich zu Windows und booten das jeweilige Betriebssystem. Wenn du kein UNIX-System auf deinem PC installieren willst oder kannst, gibt es zwei Wege:

    1. Lass ein UNIX-Environment über deinem anderen Betriebssystem laufen. Unter Windows könntest du Windows Service for UNIX (früher Interix und OpenNT) installieren, welches dir eine kostenlose, POSIX-kompatible Umgebung mit den üblichen UNIX-Werkzeugen (shells, awk, grep) bietet. Eine andere kostenfreie Möglichkeit besteht darin, das Cygwin-Paket zu installieren, welches dir ebenfalls ein POSIX-kompatibles UNIX-Environment auf deinem PC bietet, in welchem GMT installiert werden kann. Unter MacOS 9 oder vorher kannst du MachTEn installieren, was dasselbe auf einem älteren Macintosh tut (Mac OS X ist natürlich UNIX-basiert). Wir ziehen die UNIX-Optionen für Windows den DOS-Style Batch-Scripts vor, da viele Aufgaben, für die GMT benutzt wird, stark vom Zugang zu UNIX-Werkzeugen wie csh, awk, grep, sed, etc. abhängen.
    2. Installiere GMT direkt in Windows oder OS/2. Du kannst dies von Grund auf tun, wenn du einen Compiler hast (GMT kommt mit Anweisungen für Microsoft Visual C/C++ Compiler), oder die vorkompilierten Win32-Executable von den ftp-Seiten installieren. Leider gibt es keine solchen Optionen für MacOS 9 oder vorherige Versionen- Wenn du MacOS X hast, kannst du GMT wie jede andere UNIX-Workstation installieren.
  • Wieviel Speicherplatz und Datenspeicher wird benötigt?


    Speicherplatz:
    GMT besteht aus einigen 100.000 Codezeilen. Auf einer Linux-Workstation brauchen die Executables etwa 15-50 Mb, abhängig von der Nutzung von Shared-Libraries. Zusätzlich gibt es Supportdaten wie GSHHS-Küstenlinien, Flüsse und politische Grenzen. Die voreingestellte Verteilung dieser Daten beinhalten mittlere, niedrige und rohe Auflösungsversionen, welche zusammen noch einmal etwa 5 Mb Speicher brauchen. Diese reichen für die meisten regionalen Kartenapplikationen aus. Optional können Nutzer auch die hoch- und vollauflösenden Datensets installieren, welche zusätzliche 13 Mb beziehungsweise 60 Mb benötigen. Komplette PDF-/HTML-/MAN-Dokumentationen fügen zusätzliche 40 Mb hinzu. Daher benötigt eine vollständige GMT-Installation um die 200 Mb.Datenspeicher: Alle GMT-Module benutzen eine dynamische Memory-Verteilung und laufen daher auf Systemen mit anspruchslosen Memory-Ressourcen wie PCs. Dennoch benötigen einige Operationen wie das Gridding oder die Manipulation großer Datensets mehr Datenspeicher, um zu laufen. GMT wurde mit dem Anspruch geschrieben, dass es genug Datenspeicher für eine Aufgabe gibt, ohne sie in kleinere Stücke aufzubrechen. Den Swap-Space zu erhöhen ist ebenfalls eine Möglichkeit, einige Speicherbegrenzungen zu überwinden.

  • Kann GMT im 64-Bit-Mode kompiliert werden?

    Ja. Ja. GMT unterstützt jetzt volles 64-Bit-Adressing und wurde unter OS X, Linux und Solaris getestet.

  • Welche anderen Voraussetzungen benötigt GMT?

    Du brauchst einen C-Compiler, um das Paket zu kompilieren. Vielleicht hat dein System schon einen als cc installiert; anderenfalls bekommst du den GNU-cc-Compiler kostenlos bei den guten jungs von GNU. GMT benutzt die netCDF-Library, welche du vor GMT installieren musst (das Install-Script übernimmt dies für dich).

  • Hat GMT Buttons und Menüs?

    Nein. GMT ist so, wie es vertrieben wird, ein befehlszeilenorientiertes Paket. Dies war eine bewusste Entscheidung. Ein grafisches User-Interface (GUI) würde dem Grenzen setzen, was eigentlich möglich ist; andersherum würde es das System nutzerfreundlicher machen. Wir haben das Gewicht auf Flexibilität und Leistung gelegt; unserer Erfahrung nach erlaubt das Befehlszeilen-Interface es den Usern, GMT-Module mit anderen Benutzerprogrammen zu verbinden und einzigartige Resultate zu erzielen. Die Kombination von GMT und Shell-Scripting ist für kraftvolles Programmieren und die Automatisierung sich wiederholender Aufgaben geeignet.Jedoch kann GMT einfach von einem GUI aus erreicht werden. Mehrere Pakete von Drittentwicklern bieten GUI-Zugang zu GMT:

    • MIRONE Ein von Matlab entwickeltes GUI mit dem Hauptzweck, Nutzern ein einfach zu bedienendes grafisches Interface für die Manipulation von GMT-Grids an die Hand zu geben.
    • iGMT (interactive Mapping of Geoscientific Datasets) [Interaktives Mapping von geowissenschaftlichen Datensets] ist ein Interface, das mit Hilfe des Tcl/Tk-Toolkits gebaut wurde.
    • Win4GMT, ein GUI für Windows.
  • Gibt es andere Pakete, die GMT nutzen?

    • Wer GIS, besonders Arc/INFO und ArcView, nutzt, mag sich für arcGMT interessieren – ein Werkzeugkasten für die Konvertierung zwischen Arc/INFO und GMT.
    • Für Multi-Beam-Enthusiasten gibt es das MB-System, ein Softwarepaket zur Verarbeitung und Darstellung von Fächerecholotdaten.
  • Was ist mit Datensets, die mit GMT benutzt werden können?

    • Viele Daten der nationalen Datencenter der USA (NOAA, USGS, NGDC, NEIC) können mit GMT benutzt werden, und sie sind alle kostenlos bei diesen Centern und Einzelpersonen über das Internet erhältlich. Unix/OSX/Windows- DVD-R-Compilations von mehreren Gb geo- und meereswissenschaftlichen Daten gibt es bei den Geoware GMT Companion DVD-R-Produkten. Viele standardmäßige GIS-Vektordaten in Shapefile (Punkte, Linien, Polygone) können mit GMT benutzt werden, indem ogr2ogr benutzt wird, um ins GMT-Format zu konvertieren. Gleichermaßen erlaubt es unser experimenteller GDAl-Import-Support es GDAL-lesbaren Grids und Images, direkt in GMT benutzt zu werden.
  • Wo kann ich mehr über GMT lesen?

    Die beste Quelle für GMT ist ein Artikel von Wessel und Smith, veröffentlicht in EOS, den Transaktionen der American Geophysical Union, am 8. Oktober 1991 (Wessel, P./Smith, H. H. F.:  Free software helps map and display data [Kostenlose Software hilft, Daten zu mappen und darzustellen], EOS Trans. AGU, 72, 441, 1991).

    Wir hatten die Veröffentlichung und Diskussion der Version 3.1 in EOS (Wessel, P. and W. H. F. Smith: New, improved version of the Generic Mapping Tools released [Neue, verbesserte Version der veröffentlichten Generic Mapping Tools], EOS Trans. AGU, 79, 579, 1998). Darüber hinaus beinhaltet die elektronische Ergänzung von EOS einen detaillierteren Artikel, der den Release von GMT 3.0 beschreibt.

    Der GMT-Vertrieb beinhaltet auch einen etwa 150-seitiges „Kochbuch“ samt technischen Quellen und vielen Beispielen der GMT-Nutzung, zusätzlich zu getrennten UNIX-Manpages für jedes Programm.Eine andere Quelle, die einen Griding-Algorithmus dokumentiert, der von GMT benutzt wird, ist ein Artikel von Smith und Wessel in Geophysics, Nr. 55, S. 293-305, 1990.

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